Das gilt für die Altmark in besonderem Maße. So wurde auf dem Regionenworkshop am 30. August auf
Gut Zichtau im Rahmen der deutschlandweiten Reihe viele Fragen, Herausforderungen, Lösungsideen und Praxisbeispiele diskutiert. Das Format bleibt dabei bei weitem nicht nur theoretisch sondern bezieht erfolgreiche Modelle in den Austausch zwischen Bundes-, Landes- und der kommunalen Ebenen mit ein. Initiiert wurde der Tag vom Altmarkkreis Salzwedel, dem Zweckverband Breitband Altmark, der Initiative Intelligente Vernetzung im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und dem Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt. Das Land Sachsen-Anhalt hat im März 2018 seine digitale Agenda veröffentlicht.

Das die Digitale Agenda kein theoretisches Konstrukt ist, das zeigt das große Potential im Austausch wie bei der Open Innovation Plattform der Initiative Intelligente Vernetzung, wo derzeit bald 1400 Nutzer fast 600 Ideen diskutieren und sich austauschen.

Mehr Infos: netze-neu-nutzen.de

In Zichtau gab es beim Regionenworkshop drei Wirtschafts- und Alltags-Bereiche, auf die sich die Teilnehmer konzentrierten und bei denen durchaus kontrovers oder pragmatisch diskutiert wurde. Telemedizin, Mobilität und Smart Farming? Allesamt sind dies Zukunftsfelder, an denen allerdings zum Teil heute schon recht konkret gearbeitet wird und die insbesondere für die Digitalisierung einer ländlichen Region wie die Altmark prädestiniert sind. So konnte Hagen Wöcht von der Innocon Systems zum Beispiel von den Erfahrungen aus dem Bereich Healthcare berichten. Bei dem 2016 mit dem Wirtschaftspreis Altmark ausgezeichneten Unternehmen mit Sitz in Tangermünde geht es um die drängenden Themen im E-Health Sektor darunter die Anbindung von Praxen, Kliniken, Reha-Einrichtungen mit sicherem bidirektionalem Datenaustausch sowie Patientenportale mit der „medical-timeline“ als sichere Plattform zum Datenaustausch von und zu Patienten bis hin zu durchdigitalisierten Prozessen rund um Archivierung, Logistik und KI. Die Schnittstellenthematik und die künftigen Standards in der Telemedizin beschäftigt dabei die Branche ganz besonders. Im Klinikum Gardelegen und Salzwedel werden schon jetzt Projekte umgesetzt, von denen später die Region im Ganzen profitieren könnte. Fazit: Es ist wichtig und absolut notwendig den Datenaustausch zu aggregieren und es geht um einfachere Ansätze, nicht um 20/30 Apps, die ein Patient nutzt, sondern um einen gemeinsamen Weg/ein Ziel. Der Sektor Telemedizin/E-health in und für die Altmark bietet dabei schon heute mit seinen zahlreichen Entwicklern und Start-ups interessante Chancen, wenn es um intelligente Ansiedlungspolitik geht, das betrifft auch pragmatische Lösungen für den Ärzte- und Fachkräftemangel im medizinischen Sektor und neue Formen der Vernetzung.

Beim Regionenworkshop ging es neben dem Praxisaustausch auch um die Vernetzung der Initiativen und Teilnehmer. Das wurde besonders gut deutlich beim Fokusworkshop Mobilität.
„Wer das Land liebt kommt nicht mehr davon los. Zumindest nicht mit dem Bus.“ Das Motto eines Caritas Plakates sorgte als Einstieg ins Thema mit Augenzwinkern und für Emotionen. Projekte aus dem Nordosten Brandenburgs wie der Uckermärkische Kombi Bus konnten im Fokusworkshop hingegen sehr anschaulich demonstrieren, wie verschiedenste Wirtschaftszweige konkret von solchen Systemen profitieren. Hier können neben dem Personentransport ortsansässige Unternehmen aus Touristik, Handel bis hin zur Postlogistik und Hofläden systematisch und wirtschaftlich durchdacht eingebunden werden.

In der Altmark wiederum ist das Prinzip des Rufbusses eng verzahnt mit den künftigen Entwicklungen aus IT und Wissenschaft. Denn hier arbeiten schon viele Akteure aus der Region gut zusammen, wie Jan Grippenkoven vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt im Vortrag erläuterte. Die grundsätzliche Idee in der Altmark besteht darin das existierende etablierte System digital zu erweitern. In Folge soll eine App das System unterstützen, mit der der Rufbus aktiviert werden kann. Die App gleicht mit anderen Fahrerdaten ab, simuliert und berechnet die Route berechnen und wird dann bereitgestellt. Interessant ist auch in diesem Fall, wie man die Bürger vor Ort mit einbindet, ebenso weitere Wirtschaftszweige und Logistiksysteme. Besonders die regionalen Versorgungswege und Transporte zwischen Erzeugern und Verbrauchern spielten bei der Diskussion eine wesentliche Rolle.

Beim Thema Smart Farming wiederum wurde deutlich wie gravierend sich dieser Bereich entwickeln wird. Von der Simulation und Aufzeichnung von Wetter- und Klimadaten, Naturschutzaspekte, Logistik in Forst- und Landwirtschaft bis hin zum Datenaustausch zwischen Landwirtschaftsbetrieb und Datensystemen für die Region – es gibt viel zu tun in puncto Schnittstellen. Das Thema der Standardisierung wird sicher nicht das letzte Mal angefragt werden. Auch hier spielte übrigens das zentrale Thema regionaler Versorgungssysteme eine wesentliche Rolle.

Aus Sicht des Fraunhofer Institutes sind zum einen relevant die digitalen Fragestellungen im Arbeitsalltag. Extensive Landwirtschaft in Verbindung mit dem Direktvertrieb erfordert neue Wege bei der Standardisierung, Schnelligkeit und Sicherheit der Datenübertragung. Für Landwirte relevant ist der Zugriff auf die eigenen Daten in Echtzeit; zum anderen geht es um die dafür erforderliche Infrastruktur für die Digitalisierung. Die Basis dafür kann nur die Glasfaser sein.

Fazit der Unternehmen, Wissenschaftler und der kommunalen Akteure: Erfolgsgeschichten aus der Altmark gibt es viele in der Region, deshalb ist der Austausch untereinander aber auch über die Ländergrenzen hinaus so wichtig. Dennoch gilt es ein koordiniertes Vorgehen zu entwickeln. Herr Kluge sprach bereits von einem konkreten Ansatz in Form der Errichtung eines Digitalisierungszentrums im Altmarkkreis. „Die vielen Ansätze müssen Teil einer regionalen digitalen Agenda sein. Denn die Altmark hat spezielle Rahmenbedingungen und Problemstellungen. Innovative Ansätze müssen daher auf die Altmark zugeschnitten werden. Die heute vorgestellten drei Themen sind eine Auswahl aus wichtigen weiteren Kernthemen, wie z.B. auch die Elektromobilität. Digitalisierung muss im Gesamten betrachtet werden.“

 

Wolfgang Schlaak vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut

Das Wichtige aus technologischer Sicht wird unter anderem auch das Thema 5G betreffen. Das bedeutet nämlich nicht Mobilfunk sondern hier geht es um Glasfaser mit Antennensystem, Insofern spielen die Standorte und die Flöchendeckung eine wichtige Rolle.

Welche Chancen es für die Altmark gibt? Sehr viele. Was mich begeistert ist, dass es hier Leute gibt, die sehr engagiert für Digitalisierung kämpfen und das ist wichtig, denn wenn alle das wollen, dann klappt das auch.

 

Raimund Punke vom Bauernverband Altmarkkreis Salzwedel e.V. und Landwirt/Geschäftsführung bei der Milcherzeugergenossenschaft Klötze eG

„Wir brauchen dringend vernünftige Datenraten, denn die Antragstellung fordert doch sehr und benötigt auch künftig viel mehr Geschwindigkeit. Außerdem passen auch nicht automatisch die Daten der einen Maschine mit der anderen zusammen, wir müssen also immer wieder die Software wechseln. Die fehlende Kompatibilität ist somit eine enorme Herausforderung für die Landwirtschaft.
Zur Frage Daten und Landwirtschaft: wo sehen wir das größte Potential?
Das größte Potential liegt in der Vernetzung der Maschinen miteinander, ob das den Traktor mit dem Mähdrescher plus Feldstatistik betrifft oder im Stall die Mechanisierung, Organisation der Tiere und tierärztliche Behandlung, Kälberfütterung, Milchviehfütterung etc. Wenn das alles koordiniert werden könnte über eine Softwarelösung und mit guten verlässlichen Datenraten, wäre das eine hervorragende Lösung für uns.“

 

unseren Wohnort und unsere Zukunft.“ so Andreas Kluge, Verbandsgeschäftsführer des ZBA.

Andreas Kluge vom Zweckverband Breitband Altmark

 

„Mit oder ohne uns wird die Digitalisierung stattfinden. Die Frage ist nicht ob wir hier mitmachen, sondern wie wir mitmachen. Ich sage mit uns! Denn es geht um viel. Es geht um unsere Altmark, unseren Wohnort und unsere Zukunft, so Andreas Kluge, Verbandgeschäftsführer des ZBA.

Bildrechte: www.breitband-altmark.de

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